Verlauf: 

Italien

In Italien ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr stärker als in den Vorjahren gewachsen. Der Anstieg des Bruttoinlandproduktes dürfte rund 1.7 Prozent betragen. Die erhöhte Inflationsrate lag zum Jahresende bei rund 2.6 Prozent, bedingt durch die deutlich anziehenden Preise für Verbrauchsgüter und insbesondere für Öl. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit nochmals weiter zurückgegangen und bewegt sich mit geschätzten 7.4 Prozent auf einem historischen Tiefstand. Der Reformwille hat sich auch 2007 fortgesetzt. Es wurde eine Vielzahl von neuen Gesetzen und Vorschriften erlassen. Diese Anstrengungen spiegeln sich insbesondere im Finanzsektor wider.

Leichtes Wachstum und steigende Regulierungstätigkeiten auf dem Versicherungsmarkt

Auf dem italienischen Versicherungsmarkt kam es im vergangenen Jahr zu einer leichten Trendwende. Während 2006 das Wachstum des Gesamtmarktes leicht negativ war, wird der italienische Versicherungsmarkt 2007 voraussichtlich wieder zu einem leichten Wachstum zurückfinden. Das Nicht-Lebengeschäft wuchs im vergangenen Jahr um rund 2 Prozent. Dieser Trend wird jedoch durch den stetig ansteigenden Wettbewerbsdruck in der Motorfahrzeug-Sparte stark beeinträchtigt. Das Lebengeschäft wird das zweite Jahr in Folge ein zurückgehendes Prämienvolumen aufweisen, wobei sich jedoch die negative Wachstumsrate deutlich abschwächen dürfte. Dieses rückläufige Wachstum ist in erster Linie auf Unsicherheiten bezüglich der weiteren Externalisierung der Pensionsfonds zu den Versicherern zurückzuführen.

Im Laufe des vergangenen Jahres ist eine höhere Anzahl neuer Gesetze und Richtlinien erlassen worden, welche auch unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen. So profitieren wir von der EU-Vermittlerrichtlinie, gemäss der exklusive Vermittlerverträge ab 2008 verboten sind, da wir bis anhin nicht mit Exklusivagenten zusammengearbeitet haben. Die Einführung von Transparenznormen, z.B. die Offenlegung der Provisionen im Motorfahrzeuggeschäft, bedingt Investitionen in unsere Systeme. Anfang 2007 wurde marktweit eine neue Schadenregulierungspraxis im Motorfahrzeuggeschäft eingeführt, die das bestehende System radikal verändert. Hierbei entschädigt der Versicherer nach einem Unfall zuerst seine eigenen Versicherten (und nicht wie bis anhin die Gegenpartei), bevor er bei der Versicherung des Unfallverursachers Regress nimmt.