Verlauf: 

«Der eingeschlagene Weg hat sich bewährt»

Interview mit Erich Walser, Präsident des Verwaltungsrates, und Stefan Loacker, Vorsitzendem der Geschäftsleitung

Der Wettbewerbsdruck steigt, der Preiskampf hat zugenommen. Wie geht die Helvetia mit den gestiegenen Anforderungen in der Branche um?

Stefan Loacker: In einzelnen Bereichen besteht die Tendenz, dass in einem intensiven Wettbewerbsumfeld das Risikobewusstsein sinkt und der Druck auf die Prämien wächst. Die Helvetia setzt weiterhin auf eine gesunde und qualitätsorientierte Zeichnungspolitik. Wir wollen allen Kunden ein verlässlicher Partner sein und nur Risiken übernehmen, welche von uns beherrschbar sind. Eine kurzfristige Preisoffensive mit nachträglicher Sanierung entspricht nicht unserer Geschäftspolitik. Wir stützen uns weiterhin auf unsere traditionellen Stärken: hohe Qualität, kundennahe Vertriebskraft sowie eine professionelle und rasche Schadenabwicklung. Effizienzsteigerungen und Optimierungen auf der Kostenseite befähigen uns, weiterhin attraktive Produkte für unsere Kunden anzubieten sowie gesunde Erträge für unsere Aktionäre zu erwirtschaften.

Erich Walser: Kennzahlen, wie etwa die Eigenkapitalrendite oder die Combined Ratio, zeigen ein gesundes und profitables Unternehmen. Dies ist natürlich eine gute Nachricht für unsere Aktionäre, denen wir – neben unseren Kunden – vor allem verpflichtet sind. Auch überzeugen mich der Wille und die Fähigkeiten des Managements und der Mitarbeitenden, auch den künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Wie kann die Helvetia in einem Markt bestehen, in dem grosse Gesellschaften den Druck erhöhen?

Erich Walser: Wir haben sicher bewiesen, dass es richtig ist, unseren Weg selbstständig zu gehen. Die Helvetia Gruppe ist eine traditionsreiche europäische Gesellschaft mit Schweizer Wurzeln, die laufend beweist, dass sie eine erfolgreiche Geschäftspolitik führt. Wir besitzen die notwendige Grösse, um am Markt Vertrauen zu gewinnen, und sind dabei weiterhin nahe am Kunden. Die Helvetia ist an der Börse kotiert, mit einem stabilen Standard & Poor’s-Rating ausgezeichnet und bleibt interessant für langfristig orientierte Investoren. Bei uns ist nicht nur der Wille, sondern auch das Potenzial vorhanden, weiterhin als selbstständiger und erfolgreicher Akteur im Markt zu operieren. Dazu trägt auch der erfolgreiche Führungswechsel in der Geschäftsleitung bei, der ja ein eigentlicher Generationenwechsel war.

Stefan Loacker: Die Helvetia Gruppe baut auf ihre internationale Ausrichtung, um Wachstumspotenziale im europäischen Versicherungsmarkt zu nutzen, geht dabei jedoch fokussiert vor. Im Vorsorgegeschäft werden wir unsere Wachstumsstrategie weiter dynamisieren, indem wir in den Ländermärkten die vertrieblichen Möglichkeiten schrittweise ausbauen und unsere international attraktive Produktepalette weiterentwickeln. Im Nicht-Lebengeschäft wollen wir die erreichte Ertragskraft nachhaltig sicherstellen. Dabei spielen Kosteneffizienz sowie vertriebliche Produktivität entscheidende Rollen.